Auf zu neuen Ufern: Durchstarten in Ouagadougou
Lernen fürs Leben unterstützt Ausbildung von Kfz-Mechanikerinnen in Burkina Faso

Im Blaumann erobern sie eine Domäne, die bislang ihren Brüdern vorbehalten war: Mädchen und junge Frauen im westafrikanischen Land Burkina Faso reparieren Autos. Lernen fürs Leben, eine Initiative von Mitarbeitern der buw Unternehmensgruppe, unterstützt die Ausbildung von Kfz-Mechanikerinnen in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos.

Ein Beruf mit Zukunft: In der Hauptstadt hat sich der Verkehr in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Autos, vor allem aus Europa importierte Gebrauchtwagen, sind groß im Kommen. Was fehlt, sind qualifizierte Mechaniker. Das ist die Chance für Mädchen. Bislang waren sie – nicht nur, was Bildung und Ausbildung betrifft –benachteiligt.

„ Vieles ist möglich, wenn Menschen mit dem gleichen Ziel sich zusammen schließen“ – dieser Überzeugung folgend engagiert sich der Verein Lernen fürs Leben seit Gründung im Dezember 2002 für ganz konkrete Bildungsprojekte, die Kindern und jungen Erwachsenen in Ländern der 3. Welt neue Zukunftsperspektiven eröffnen.

Der gemeinsam mit dem in Osnabrück ansässigen Kinderhilfswerk terre des hommes realisierte Aufbau der „Escola buw“, einer Ausbildungsstätte für Kinder in Maputo, Mosambik, konnte nach 3jährigem Engagement erfolgreich in die Selbständigkeit entlassen werden. Bis heute wurden für dieses Projekt 49.000 Euro gespendet! Getreu der Prämisse „Nachhaltigkeit“ beteiligt sich der Verein Lernen fürs Leben jedoch auch in den kommenden Jahren an den Betriebskosten der Ausbildungsstätte.
Von Maputo im äußersten Osten Afrikas geht es nun also in den Westen, genauer in die Republik Burkina Faso. Unser Projekt führt uns in die Hauptstadt des Landes, mit dem melodisch klingenden Namen Ouagadougou. Wie Mosambik im Osten so zählt auch Burkina Faso im Westen zu den fünf ärmsten Ländern der Welt.

Nur etwa ein Drittel aller Kinder besuchen die Schule, weniger als 15% der Erwachsenen können schreiben und lesen. Mädchen und Frauen sind in besonderer Weise hiervon betroffen. Trotz ihrer zahlenmässigen Überlegenheit (52% der Bevölkerung) sind sie in den allermeisten Fällen auf die Rolle als Hausfrau und Mutter festgelegt. Dabei fällt ihnen jedoch häufig zusätzlich die Rolle des Ernährers zu. Wenn sie sich und ihre Familien nicht mit einfachen Hilfstätigkeiten über Wasser halten können, ist der Weg in die Prostitution vorgezeichnet. Eine wirkliche berufliche und wirtschaftliche Perspektive gibt es für die allermeisten unter ihnen somit nicht.

Der Aufgabe, diesen Frauen eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten, hat sich der Verein Lernen fürs Leben e.V. gestellt. Erneut fand sich in terre des hommes ein kompetenter Partner. Das Kinderhilfswerk engagiert sich bereits seit dem Jahr 2000 für die Förderung der Ausbildungsmöglichkeiten für Mädchen im Bereich Moped Mechanik und wenig später
Kfz-Mechanik in Burkina Faso. Die Kooperation mit dem Kinderhilfswerk hat sich bereits in den vergangenen Jahren als außerordentlich konstruktiv erwiesen und konnte seit Gründung des Vereins stetig intensiviert werden. Die 1967 gegründete, in Osnabrück ansässige Organisation fördert etwa 500 Projekte in 25 Ländern der Erde. Darunter sind Ausbildungsprojekte, Initiativen für Straßenkinder, arbeitende Kinder, Kinder in der Prostitution und Flüchtlingskinder. terre des hommes unterstützt Menschen dabei, sich selbst von Unterdrückung und wirtschaftlicher Not zu befreien. Es werden keine Entwicklungshelfer entsendet, sondern einheimische Initiativen gefördert. Auch das Ausbildungsprojekt in Ouagadougou wird von einer Partnerorganisation von terre des hommes vor Ort getragen. terre des hommes ist politisch und
konfessionell unabhängig und Träger des DZI-Spendensiegels.

Für die Kfz-Mechanik, die eine gute Einkommensquelle bietet und als Berufszweig bislang ausschließlich Männern vorbehalten war, gibt es in Burkina Faso keine systematische Ausbildung. Hier liegt die Chance für das Projekt – dies vor allem in einem Umfeld, in dem die Nachfrage nach qualifizierten Kfz-Mechanikern in gleichem Maße wie die Einfuhr von Gebrauchtfahrzeugen aus Europa rasant wächst. Die durch learning by doing normalerweise in den Kleinwerkstätten ausgebildeten Kfz-Mechaniker können zum einen die Nachfrage nicht befriedigen und verfügen zum anderen nicht über das heute benötige Know How.

Ziel der Kooperation ist die Finanzierung der Ausbildung zu Kfz-Mechanikerinnen. Nur die Perspektive auf einen qualifizierten Berufsabschluss ermöglicht den Frauen die Aussicht auf ein selbständiges, eigenverantwortliches Leben.

Pro Jahr sollen 25 Mädchen und Frauen ausgebildet werden. Die Auszubildenden werden bis in das Berufsleben begleitet: eine offensive Öffentlichkeitsarbeit und eine enge Zusammenarbeit mit den einstellenden Werkstätten stellen hierbei die Rahmenbedingungen dar, die den Mädchen den Eintritt ins Berufsleben erleichtern.

Weitere Informationen zum Verein Lernen fürs Leben erhalten Sie bei Tanja Lührig unter der
Rufnummer 05 41-94 62-4 52 oder per eMail unter tanja.luehrig@buw.de


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